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17.06.05: Themenspecial zur Rede von Bundeskanzler Schröder zur Stammzellenforschung anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen am 14. Juni 2005

Am 14.05.2005 hat sich Bundeskanzler Gerhard Schröder anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen in Göttingen, wie von Kritikern vermutet, in seiner Rede vehement für eine Lockerung der Gesetze zur embryonalen Stammzellenforschung eingesetzt. "Wir dürfen uns in der Bio- und Gentechnik nicht vom Fortschritt in der internationalen Forschung abkoppeln", sagte Schröder. Andernfalls wäre Deutschland von der Mitsprache über die Nutzung und der Kontrolle der Verfahren ausgeschlossen, warnte der Bundeskanzler. Mit dem Stammzellgesetz aus dem Jahr 2002 habe sich Deutschland im internationalen Vergleich auf die Seite der restriktiven Länder gestellt. Es liege jedoch "in der Natur der Sache", dass die Gesetze angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse "überprüft und bei Bedarf auch angepasst werden müssen", so Schröder. Die Bundesrepublik könne sich deshalb "der Tendenz zu einer Liberalisierung der Forschung mit embryonalen Stammzellen auf Dauer nicht entziehen".

Weiter forderte der Noch-Kanzler "eine Kultur der Freiheit. Eine Kultur der Forschung ohne Fesseln, aber nicht ohne Grenzen". Den Stammzellen-Forschern bescheinigte er pauschal moralische Integrität: "Es ist anmaßend, die Motive dieser Biologen und Mediziner in Zweifel zu ziehen." Die Diffamierung von Wissenschaftlern als gewissenlos und geltungssüchtig sei inakzeptabel.

Bereits in der Vergangenheit hatte der Kanzler für eine Lockerung der gesetzlichen Regelungen in Deutschland plädiert, zugleich aber betont, dass er an den strengen gesetzlichen Grenzen für die Biotechnologie in Deutschland festhalte. Diese Widersprüche blieben nicht ohne Kritik. Im Mai diesen Jahres hatte Regierungssprecher Béla Anda erklärt, dass eine Überprüfung der Gesetze erst in zwei Jahren stattfinden solle. Anlass der erneuten Diskussion waren wissenschaftliche Erfolge beim Klonen von Menschen in Großbritannien und Südkorea (Anm. 20.08.07: Die sich in Südkorea als Fälschung herausstellte!) Das so genannte therapeutische Klonen ist in Deutschland im Stammzellgesetz untersagt. Erlaubt ist dagegen die Forschung an embryonalen Stammzellen, die vor dem 1. Januar 2002 importiert wurden. Die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken ist grundsätzlich verboten.

Breite Kritik am Kanzlervorstoß

Noch am Tag der Rede, die vom Nachrichtenmagazin "Spiegel" in Auszügen vorab veröffentlicht wurde, hagelte es heftige Kritik. Insbesondere vom Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen, aber auch von der Union und Teilen der SPD. Lediglich die FDP mit der Forschungspolitischen Sprecherin Ulrike Flach, MdB, fand diesen Vorstoß längst notwendig, sieht jedoch kaum eine Chance, dass darauf Taten folgen werden. Der Grünen-Politiker Volker Beck warnte der Zeitung "Die Welt" in der Online-Ausgabe vom 14. Juni zufolge vor Lockerungen: "Die Grenzen in der Bioethik darf man nicht leichtfertig den Heilsversprechen der Medizin und den ökonomischen Interessen der Pharmaindustrie opfern", erklärte er in Berlin. "Das menschliche Leben verdient Schutz um seiner selbst. Dies verlangt unsere Verfassung im Namen der Menschenwürde. Die Vernutzung von Embryos zur Ausschlachtung für embryonale Stammzellen ist forschungspolitisch verbrämter Kannibalismus. Sie muss verboten bleiben," forderte Beck. Bei diesen ethischen Grundsatzfragen seien die Grünen "zuverlässiger Partner der Kirchen für eine ethische Ausrichtung der Forschung und Anwendung der Medizin und Biologie am Menschen".

Auch für die Grünen-Obfrau in der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin im Bundestag, Christa Nickels, war es unverständlich, wie der Kanzler angesichts des derzeitigen Debakels derart "einen Keil" zwischen Grünen und SPD treiben könne. Auch sie sprach sich vehement gegen eine Lockerung der Bestimmungen für die embryonale Stammzellenforschung aus.

Für den CDU-Abgeordneten Hubert Hüppe, stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission war Schröders Einsatz für eine freizügige Embryonenforschung keine Überraschung, doch seine Linie werde weiterhin keine Mehrheiten im Deutschen Bundestag finden. "In seinen Beschlüssen zum Klonen, zum Stammzellgesetz und zur EU-Förderung der Embryonenforschung hat der Bundestag sich mit fraktionsübergreifenden Mehrheiten für ethisch begründete Grenzen ausgesprochen. Nicht die Menschenwürde ist an neuen Technologien auszurichten. Vielmehr muss sich jede neue Technologie am Maßstab der unveräußerlichen Menschenwürde messen lassen," so der Parlamentarier in einer Presseaussendung vom 14.Juni.

Schützenhilfe bekam Schröder von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD), die sich nach Wirtschaftsminister Clement nun offen auf seine Seite schlug. In einem Interview im NDR am 14. Juni plädierte auch sie dafür, künftig weitere embryonale Stammzellkulturen für die Forschung in Deutschland zuzulassen. Bislang dürfen Wissenschaftler in Deutschland nur mit importierten Stammzelllinien arbeiten, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen worden sind. Die bisher für die Forscher zugelassenen Zellkulturen seien zum Großteil durch Nährlösungs-Substanzen verunreinigt, sagte Bulmahn. Mit diesen Zelllinien könne man zwar Grundlagenforschung betreiben, sie aber nicht für medizinische Therapien nutzen. Bulmahn sprach sich in dem Interview deshalb dafür aus, die Nutzung und Verwendung von Stammzelllinien zuzulassen, die nach dem Januar 2002 entwickelt worden sind.

Kritik am Vorstoß des Kanzlers kam neben Abgeordneten des Bundestages auch vom Präsidenten der Bundesärztekammer, von der Deutschen Bischofskonferenz und zahlreichen Verbänden wie dem Marburger Bund, dem Kolpingwerk und der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA).

Dokumentation der Debatte zur Kanzlerrede

Nachfolgend haben wir für alle Interessierten die Rede verlinkt sowie einen umfassenden Online-Pressespiegel zusammengestellt, der einen Überblick über die Reaktionen auf den Vorstoß gibt.
 
 

Die umstrittene Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder am 09.05.07 in Göttingen zur Stammzellforschung

Pressespiegel zur Kanzler-Rede zur Stammzellenforschung am 14.06.05 in Göttingen

Nachfolgend finden Sie einen umfassenden Online-Pressespiegel zur Rede des Kanzlers zur Stammzellenforschung am 14.06.05, der einen Überblick über die Reaktionen gibt, jedoch ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Zum besseren Verständnis empfehlen wir, unten anzufangen!

24. Juni

Kanzler-Rede zur Stammzellforschung: Pragmatisch, aber inhaltlich schwach
Richter-Kuhlmann, Eva A.
Das flammende Plädoyer von Gerhard Schröder für die embryonale Stammzellforschung stößt auf scharfe Kritik von Ärzten, Kirchen und Politikern.
Deutsches Ärzteblatt 102, Ausgabe 25 vom 24.06.2005, Seite A-1779

23. Juni

Die Angst vor der Wahrheit
"Zu sagen, dass das, was ist, ist und dass das, was nicht ist, nicht ist, macht die Wahrheit aus." In der nicht erst von Bundeskanzler Gerhard Schröder in Göttingen neu entfachten Debatte um die Forschung mit embryonalen Stammzellen und das so genannte therapeutische Klonen, erfährt die aristotelische Definition der Wahrheit gegenwärtig eine beinah schon gewaltsam zu nennende Vernachlässigung.
DIE TAGESPOST vom 23.06.2005

19. Juni

"Freiheit braucht Grenzen"
Jürgen Rüttgers über die neue Debatte zur Stammzellforschung
von Till-R. Stoldt
Der CDU-Politiker Jürgen Rüttgers ist designierter Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens. Er regiert das Land demnächst in einer Koalition mit der FDP. In den neunziger Jahren war Rüttgers Forschungsminister unter Bundeskanzler Helmut Kohl. Er gilt einerseits als Förderer der Gentechnik, andererseits als vehementer Kritiker der Embryonenforschung.
WELT AM SONNTAG 19.06.05

Stolpern beim Fortschritt
Union und Grüne protestieren gegen Gerhard Schröders Wunsch, die Stammzellregelung zu liberalisieren. Wissenschaftler hoffen auf internationalen Anschluß und unterstützen eine Lockerung
WELT AM SONNTAG 19.06.05

Gesundheit als Religion
Manfred Lütz kritisiert als Arzt und Theologe eine "Ethik des Heilens", die jeden moralischen Diskurs über den medizinischen Fortschritt beendet
von Manfred Lütz
Gerhard Schröder hatte immer schon ein ausgeprägtes Gespür dafür, was im Trend liegt. Seit Jahren liegt nichts so im Trend wie die Gesundheit.
WELT AM SONNTAG 19.06.05

18. Juni

Ohne Stammzellen geht es nicht
Das therapeutische Klonen ist unverzichtbar im Kampf gegen bislang nicht heilbare Krankheiten - Debatte
von Ian Wilmut
Ian Wilmut ist Professor für Reproduktionswissenschaften an der University of Edinburgh und Visiting Scientist am Roslin Institute. Er leitete das Forscherteam, von dem das Schaf Dolly geklont wurde
DIE WELT 18.06.05

Klare Worte, klare Mehrheit
Bundeskanzler Schröder ist mit seinem Anliegen, den in Deutschland geltenden Embryonenschutz einfach zu entsorgen, bei Politik, Kirchen und Verbänden auf massiven Widerstand gestoßen.
DIE TAGESPOST 18.06.2005

17. Juni

Bulmahn gegen Stichtag im Stammzellgesetz
BERLIN (dpa). Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hält die strenge deutsche Stichtagsregelung im Stammzellengesetz auf Dauer für nicht haltbar.
Ärzte Zeitung, 17.06.2005

Biotechnologie schafft keine Arbeitsplätze
Im Gespräch: Der Vorsitzende der Ethik-Enquete, René Röspel (SPD), über unverantwortliche Versprechen, unglaubwürdige Klonpolitik, unrealistische wirtschaftliche Erwartungen und die unabsehbare Zukunft der Bioethik
FREITAG 17.06.05

15. Juni

Applaus nur noch „unter der Bettdecke“?
Die Union kritisiert den Kanzler heftig für seine Gentechnik-Offensive – und die Befürworter schweigen
Von Cordula Eubel und Rainer Woratschka
TAGESSPIEGEL 15.06.05

Forscher Kanzler
Kommentar von Tissy Bruns
Gerhard Schröder ist ein guter Sozialdemokrat: Er hat immer zu denen gehört, die einem Fortschrittsbegriff anhängen, der die Möglichkeiten von Wissenschaft und Technik grundsätzlich nutzen will. Diesen Standpunkt hat er auch bei der Stammzellforschung vertreten; offensiv durchgefochten hat er ihn allerdings nie.
TAGESSPIEGEL 15.06.05

Schröder sucht den Fortschritt
Der Kanzler will die Stammzellen- forschung in Deutschland liberalisieren. Union, Grüne und Kirchen protestieren. Die Wissenschaft hofft dagegen auf die Chance, international Schritt halten zu können
von Claudia Ehrenstein
DIE WELT 15.06.05

Grüne: Kanzler Schröders Vorstoß bei Stammzellen spaltet die SPD
Die Grünen haben Kanzler Schröder vorgeworfen, mit seinem Plädoyer für eine Wende in der Biopolitik für Streit in der SPD zu sorgen. Forschungsministerin Bulmahn spricht dagegen von einer Pflicht zur Forschung.
NETZEITUNG.DE 15.06.05

"Mehr Freiheit"
Der frühere Max-Planck-Chef Hubert Markl über rot-grüne Denkblockaden
von Inga Michler;Sonja Kastilan
DIE WELT 15.06.05

"Wir müssen unsere Potentiale stärker nutzen"
Interview mit Professor Hubert Markl zum Standort Deutschlands in einem europäischen Forschungsraum
von Inga Michler und Sonja KAstilan
Berlin - Bundeskanzler Gerhard Schröder spricht sich für eine Liberalisierung der deutschen Stammzellenforschung aus. Gerade für Kooperationen im europäischen Forschungsraum seien allgemein gültige Regeln wichtig, sagt dazu Professor Hubert Markl (siehe Seite 3). Er setzt auf die Excellenz-Initiative und sieht große Potentiale für den Forschungsstandort Deutschland. Mit Hubert Markl sprachen Inga Michler und Sonja Kastilan.
DIE WELT 15.06.05

Deutschland ist nicht abgekoppelt
Bundeskanzler Dr. h.c. Gerhard Schröder hat gestern in Göttingen gefordert, Deutschland dürfe in der Gentechnik den Anschluss nicht verpassen und könne sich der Tendenz zu einer Liberalisierung der Forschung mit embryonalen Stammzellen auf Dauer nicht entziehen. Das Kolpingwerk Deutschland bestreitet einen tatsächlichen Hintergrund für diese Forderung:
PRESSEMITTEILUNG Kolpingwerk 15.06.05

Hoppe warnt vor falschen Hoffnungen in der Stammzellforschung
BERLIN. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat in der von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angestoßenen Debatte zur Stammzellforschung vor falschen Hoffnungen gewarnt.
DEUTSCHES ÄRZTEBLATT 15.06.05
Anm.: Leider nicht mehr abrufbar

Klonen: Was reitet bloß den Kanzler?
Kommentar Von Angela Grosse
Was hat den Kanzler bloß geritten? Weshalb fordert er, wenige Wochen vor der von ihm angestrebten Neuwahl, die Gesetze für die embryonale Stammzellforschung in Deutschland zu lockern, den Weg zum Klonen zu öffnen? Ein sinnloses Unterfangen, denn Taten werden diesen Worten nicht mehr folgen.
HAMBURGER ABENDBLATT 15.06.05

CSU-Politiker gegen ethische Grenzen der Forschung
Zu den Aussagen des bayerischen Wissenschaftsministers Goppel (CSU) im heutigen Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erklärt Hans-Josef Fell, Sprecher für Forschung und Technologie:
Im heutigen Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages stellte der bayerische Wissenschaftsminister Goppel fundamentale ethische Prinzipien in Frage. Staatsminister Goppel bestritt, dass die Politik der Forschung Grenzen setzen dürfe.
PRESSEMITTEILUNG Hans-Josef Fell, MdB, Bündnis90/Die Grünen, 15.06.05

ödp fordert Stoiber auf, die Initiative zu ergreifen:
„Der Embryonenschutz muss ins Grundgesetz!!“
Der bayerische ödp-Vorsitzende Bernhard Suttner fordert von Ministerpräsident Stoiber eine Bundesratsinitiative zur ausdrücklichen Verankerung des Embryonenschutzes im Grundgesetz: „Es genügt nicht, die dreisten Vorstöße von Kanzler Schröder zur Aufweichung des Embryonenschutzes in Deutschland empört zurückzuweisen. Die Staatsregierung sollte jetzt die Initiative für eine Verdeutlichung des Grundgesetzes ergreifen, damit endlich klar wird, dass die Menschenwürde von Anfang an gilt.“
PRESSEMITTEILUNG ödp Bayern 15.06.05

Weder frei verfügbare Forschungsobjekte noch Profitklone
Zur Forderung des Bundeskanzlers, die Forschung an embryonalen Stammzellen zu erleichtern und ihre gewinnorientierte Vermarktung zu ermöglichen, erklärt Bundesgeschäftsführer Rolf Kutzmutz:
Am Montag (13.6.) ruft Kanzler Schröder - wahlkampfwirksam - die Stärkung des Sozialstaats aus. Niemand glaubt ihm, weil seine Taten in die andere Richtung führen. Am Dienstag (14.6.) verspricht er Wissenschaftlern und der Pharmaindustrie die Lockerung (oder Abschaffung) des Embryonenschutzgesetzes. Und verbrämt das - ebenfalls wahlkampfwirksam - mit der Sorge um die Gesundheit vieler Menschen. So wird per 'ordre de mufti' oder neudeutsch 'Machtwort' die gesamte bioethische Diskussion für beendet erklärt. Jetzt soll 'gemacht' werden.
PRESSEMITTEILUNG PDS 15.06.2005

Flach: FDP-Gesetzesantrag könnte Bulmahns Wunsch erfüllen
BERLIN. Zur Aussage von Forschungsministerin Edelgard Bulmahn, sie wolle weitere Stammzelllinien für die Forschung zulassen, erklärt die forschungspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Ulrike FLACH:
Bundesministerin Edelgard Bulmahn könnte sich ihren Wunsch erfüllen, wenn sie dem FDP-Gesetzesentwurf zur Änderung des Stammzellimportgesetzes zustimmt.
PRESSEMITTEILUNG Ulrike Flach, MdB, FDP 15.06.2005

14. Juni

Bundeskanzler Schröder: Deutschland darf in der Gentechnik nicht den Anschluss verpassen
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich an der Universität Göttingen für mehr Offenheit bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen eingesetzt. In der Forschung könne es keine "letztlich ewigen oder endgültigen Antworten geben". Er forderte Antworten auf neue Fragen, damit Deutschland von der Entwicklung nicht abgehängt wird.
Mitteilung BUNDESREGIERUNG 14.06.2005

Stammzellen-Debatte: Schröder fordert Forschung ohne Fesseln
Von Markus Becker
Bundeskanzler Gerhard Schröder setzt sich vehement für eine Lockerung der Gesetze zur Stammzellenforschung ein. In einem Redemanuskript, das SPIEGEL ONLINE vorliegt, fordert Schröder eine "Kultur der Freiheit" in der Wissenschaft - und verurteilt Pauschalkritik an Forschern als "anmaßend".
SPIEGEL ONLINE - 14.06.05

Stammzellen-Gesetze: Grüne üben schrille Kritik an Schröder-Vorstoß
Bundeskanzler Gerhard Schröder hat mit seinem Vorstoß, die Gesetze zur Stammzellenforschung zu lockern, teils heftige Reaktionen bei den Grünen ausgelöst. Sogar von "Kannibalismus" an Embryos war die Rede. Unterstützung erfährt der Kanzler ausgerechnet von der FDP.
SPIEGEL ONLINE 14.06.05

Aufregung über Schröders Stammzellenvorstoß
Grüne gegen Kurswechsel - Enquete-Kommission: Situation unverändert
ZDFheute.de 14.06.05

"Der Chance eine Chance geben"
Bundeskanzler Schröder will bei der Forschung mit embryonalen Stammzellen weniger Einschränkungen. Die Grünen lehnen seinen Vorstoß ab
ZEIT.de, 14.06.2005

Dr. Schröder
Der Bundeskanzler hat die Stammzellendebatte wieder angestoßen. Wohin die CDU in dieser Frage tendiert, weiß niemand so recht
Von Gero von Randow
Gerhard Schröder, der Taktiker, besitzt sehr wohl Überzeugungen, und wenn ihm auch nicht mehr viel Zeit und Gelegenheit gegeben sein mag, sie als Kanzler in Politik umzumünzen, so lässt er doch geeignete Anlässe nicht aus, sie auszusprechen.
ZEIT.de, 14.6.2005

Plädoyer für mehr Freiheiten in der Stammzellenforschung
Schröder und Clement warnen, daß Deutschland sich von der internationalen Forschung abkoppeln könnte. Volker Beck spricht von „Kannibalismus“
DIE WELT 14.06.05

Nur ein biopolitisches Ablenkungsmanöver Schröders - Keine Mehrheit für die Zulassung der verbrauchenden Embryonenforschung
Zur heutigen Rede des Bundeskanzlers in Göttingen erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Maria Böhmer MdB:
Die Forderung des Bundeskanzlers, das Stammzellgesetz von 2002 aufzuweichen und verbrauchende Embryonenforschung in Deutschland zuzulassen, ist ein biopolitisches Ablenkungsmanöver, das von den Versäumnissen der rot-grünen Bundesregierung gerade im Bereich der Gentechnologie ablenken soll.
PRESSEMITTEILUNG Prof. Dr. Maria Böhmer MdB CDU 14.06.05

Schröders Plädoyer für mehr Embryonenforschung nicht hilfreich
Anlässlich der heutigen Forderungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder, den Embryonenschutz zugunsten der Forschungsfreiheit zu lockern, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertetende Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" Hubert Hüppe:
Was Schröder im Klartext fordert, ist die Verzweckung menschlichen Lebens zur Forschung.
PRESSEMITTEILUNG Hubert Hüppe, MdB, CDU 14.06.05

Kein Richtungswechsel in der Bioethik
Anlässlich der Aussagen des Bundeskanzlers zur bioethischen Debatte, erklären die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt und Reinhard Loske, Leiter der AG Gentechnik und stellvertretender Fraktionsvorsitzender:
Die moderne Biomedizin hat große Potenziale, wir sehen aber auch klare Grenzen. Menschenwürde und Menschenrechte haben Vorrang vor Forschungs- und Verwertungsinteressen Dritter.
PRESSEMITTEILUNG Katrin Göring-Eckardt und Reinhard Loske, MdB, Bündnis90/Die Grünen, 14.06.05

Der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Dr. Hans Langendörfer, zu den forschungspolitischen Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder
Mit Entschiedenheit weist die Deutsche Bischofskonferenz die forschungspolitischen Äußerungen im Blick auf die embryonale Stammzellforschung von Bundeskanzler Gerhard Schröder anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Göttingen zurück.
PRESSEMITTEILUNG Sekreteriat Deutsche Bischofskonferenz DBK 14.06.05

Marburger Bund warnt Bundesregierung vor fataler Kehrtwende in der Biomedizin
Zu Äußerungen des Bundeskanzlers zur Gentechnik
Köln – Anlässlich der heutigen biopolitischen Äußerungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Universität Göttingen warnt der Ärzteverband Marburger Bund (MB) vor einem fatalen Wechsel in der Gentechnikpolitik. „Die wirtschaftliche Ausbeutung menschlichen Lebens ist in Deutschland sittenwidrig und muss es auch bleiben“, erklärte der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery.
PRESSEMITTEILUNG Marburger Bund 14.06.05

Schröders Kurs beim Embryonenschutz führt in neue Sklaverei – Kaminski: "Es wird Zeit für einen Aufstand der Anständigen"
Köln. "Das heute von Bundeskanzler Gerhard Schröder bei der Entgegennahme der Ehrendoktorwürde der Universität Göttingen gehaltene Plädoyer für eine weitere Liberalisierung des Embryonenschutzes weist den Weg in eine neue Form der Sklaverei."
PRESSEMITTEILUNG Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) 14.06.05

Müller: Keine schrankenlose Stammzellenforschung
Gegen eine schrankenlose Stammzellenforschung sprach sich heute Bayerns Gesundheitsstaatssekretärin Emilia Müller in Brüssel aus. "Es kann nicht sein, dass über europäische Forschungsförderung mit deutschen Steuergeldern Forschungsvorhaben und Projekte gefördert werden, die in Deutschland nach dem Gesetz verboten sind. Wir brauchen klare Spielregeln für die EU-Förderung". Diese müssen innerhalb des 7. Forschungsrahmenprogramms festgelegt werden.
PRESSEMITTEILUNG Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 14.06.05

Die Verteidigung des Menschen
Ein menschlicher Embryo ist nicht nur „vegetatives Gewebe“. Wer das sagt, verteidigt nicht katholische Teilinteressen, sondern den Menschen. Paul Badde über das italienische Bioethik-Gesetz.
KATH.NET 14.06.05

 

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