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Infoportal zum Thema embryonale / adulte Stammzellen, therapeutisches / reproduktives Klonen, Nabelschnurblut-Stammzellen

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26.10.08: Akzeptanzbeschaffungsmaßnahme - Neues Stammzellportal der Forschungseinrichtungen online

Screenshot WebseiteSeit 24.10.08 gibt es unter der Adresse www.zellux.net ein neues, von diversen Forschungseinrichtungen entwickeltes Infoportal zur Stammzellforschung. Dabei handelt es sich um ein "Diskursprojekt zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen in den modernen Lebenswissenschaften", wie es im Impressum heißt, zielt vorrangig auf Schüler und Lehrer der gymnasialen Oberstufe und bietet eine breite Palette an Unterrichtsmaterialien.

Initiatoren des Projektes sind das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, das Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen, das "Centrum für Bioethik" und "Zentrum für Didaktik der Biologie" (Universität Münster) sowie das Universitätsklinikum Münster (Transplantationshepatologie). Das Projekt wurde dabei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung laut Agenturmeldungen mit 150.000 Euro Fördergeldern unterstützt. Am 24. Oktober wurde die Seite im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in der Düsseldorfer Akademie der Wissenschaften von Hans Schöler, Direktor des Max-Planck-Instituts (MPI) für molekulare Biomedizin, frei geschaltet.

Wie es in einer Pressemitteilung zum Start der Internetseite hieß, bietet das Portal "für den Einsatz in der Schule eine ausgewogene, fachlich fundierte und zugleich verständliche Aufarbeitung des höchst komplexen Themenfelds der Stammzellforschung." Im Zentrum von zellux.net stehen dabei erprobte Unterrichtseinheiten, die für Einzelstunden bis hin zu mehreren Doppelstunden oder für drei Tage innerhalb einer Projektwoche konzipiert wurden. Aber auch für alle anderen Interessierten sei das Portal nach eigenem Bekunden sehr informativ. "Viele Menschen sind unkritisch, andere wiederum lehnen die Stammzellforschung kategorisch ab, ohne wirklich informiert zu sein. Vorurteile, Gleichgültigkeit oder Fehlinformationen bilden oft die Grundlage für Zustimmung oder Ablehnung. Zellux.net bietet zuverlässige und umfangreiche Informationen zur kritischen Meinungsbildung", erklärte Projektleiter Tobias Cantz in der Mitteilung.

Die meisten Macher der Website sind selber im Bereich der Stammzellforschung tätig. "Man könnte meinen, dass wir als Forscher mit der Website einfach gute Stimmung für die Stammzellforschung machen wollen. Dem ist nicht so. Jede Meinung hat auf zellux.net ihren Platz", versucht Hans Schöler vorab Kritikern der Seiten Wind aus den Segeln zu nehmen. Schöler wünsche sich "eine noch intensivere gesellschaftliche Auseinandersetzung über die ethischen Aspekte der Stammzellforschung". Denn mit dem Stammzellgesetz oder der Verschiebung des Stichtages seien die Kontroversen längst nicht beendet und der gegenwärtige Umgang mit den Fragen der Stammzellforschung weiterhin von "weltanschaulichen Kontroversen" gekennzeichnet.

"Für junge Erwachsene, wie sie in unserer multikulturellen und pluralistischen Gesellschaft aufwachsen, ist es von entscheidender Bedeutung, mit den unterschiedlichen Positionen umgehen zu können. Die Unterrichtsmaterialien auf zellux.net unterstützen Jugendliche dabei, eine eigene Position zu entwickeln und mit guten Argumenten verteidigen zu können", sagte Johann Ach vom Centrum für Bioethik. Die Ethik liefere hierfür das nötige Handwerkszeug. Entsprechend werden laut den Machern auf zellux.net zentrale Begriffe aus der Ethik sowie verschiedene Argumentationen und Ethiktheorien erläutert. Die Vielfalt an Informationen trifft dabei auf eine Vielfalt an Formaten. Neben erklärenden Texten und anschaulichen Infografiken bietet das Internetportal beispielsweise Interviews in Form von Videoclips mit Stellungnahmen oder Redeauszügen verschiedenster Persönlichkeiten - von Bischof Huber bis zu Wolfgang Thierse. Des weiteren gibt es in der Rubrik "Aktionen" ein Planspiel "Enquete-Kommission zur Stammzellforschung", einen "Ethiktest", mit dessen Hilfe jeder Nutzer seine eigene Einstellung zur Stammzellforschung hinterfragen kann, provokative Fragen, "deren Beantwortung höchst anspruchsvoll ist", "Talkshows" mit unterschiedlicher Besetzung, "Storytelling" in denen angefangene Geschichten weitererzählt werden sollen, Fallbeispiele die mit der "Dilemma-Methode" bearbeitet werden sollen und ein Glossar zu vielen Begriffen rund um die Stammzellforschung, die in den Unterrichtseinheiten verwendet werden.

Kritik an der neuen Infoplattform zur Stammzellenforschung

Kommentar von Christian Frodl, Webmaster www.stammzellen-debatte.de

Auch wenn die Website sicher einige gute Informationen liefert, so wird bei genauerer Betrachtung doch deutlich, was die Initiatoren damit bezwecken wollen: Akzeptanzbeschaffung für ihre Forschung. Auch wenn dies in der Pressemitteilung indirekt bestritten wird, indem die angebliche "Ausgewogenheit" der Informationen betont wird. Natürlich finden sich auch Contra-Argumente gegen die Forschung mit embryonalen Stammzellen, z.B. in der Rubrik "Statements" sogar von Dr. Claudia Kaminski, Vorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA), oder von Seiten der Kirchen. Jedoch überwiegt bei den gesamten Inhalten eindeutig die Argumentation Pro Forschung mit embryonalen Stammzellen. Angesicht des Tätigkeitsfeldes der Initiatoren auch kaum verwunderlich.

Zudem werden bisher einige Fakten schlicht unter den Teppich gekehrt. So z.B. die hervorragenden Forschungsergebnisse der letzten Monate mit so genannten iPS-Zellen und die Erfolge mit adulten Stammzellen. Beides wird lediglich am Rande erwähnt. Lehrer und Schüler tun daher Gut daran, sich auch anderweitig zu informieren. Mehr dazu in einem lesenswerten Blog auf ZEIT.de und einem Kommentar in der Tagespost unten. Wofür bei der neuen Webseite 150.000 Euro Fördergelder, d.h. Steuergelder, verwendet wurden, bleibt rätselhaft, ersichtlich ist dies jedenfalls nicht. Andere Informationsportale wie unsere Seite www.stammzellen-debatte.de zu dem Thema werden ehrenamtlich und ohne Fördergelder betrieben und bieten mindestens ähnlich gute Informationen zur Meinungsbildung.

Weitere Informationen:

www.zellux.net
Infoportal der Forschungseinrichtungen zur Stammzellforschung

www.deinestammzellenheilen.de
Kritische Kampagnenseite des Bundesverband Lebensrecht zur Stammzellforschung
 

Pressespiegel zum neuen Infoportal der Stammzellenforscher

Nachfolgend finden Sie einige Artikel zum neuen Infoportal der Stammzellenforscher.

Ins Netz gegangen
Von Stefan Rehder
Es vermittelt den schönen Schein der Objektivität: Mit einem vom Bundesforschungsministerium geförderten neuen Internetportal werben aber Forschungseinrichtungen bei Schülern und Lehrern letztendlich doch nur für mehr Akzeptanz der Stammzellforschung, die Embryonen verbraucht.
DIE TAGESPOST 15.11.08

Fast alles über Stammzellen
Von zint
Die Wissenschaft will helfen, die komplizierte Welt der Stammzellforschung zu verstehen. zellux.net soll vor allem Schülern ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Aber kann die Website das wirklich?
BLOG.ZEIT.DE 24.10.08

Internetportal zum Stammzell-Diskurs
Max-Planck-Institut will konstruktive Kontroverse
ZDFheute.de 23.10.08

Neues Portal informiert über Stammzellen
www-Wissen über Stammzellen
Von Benjamin Schruff
WDR.DE 23.10.08

Stammzellen machen Schule
Forschungseinrichtungen gehen mit dem Stammzellportal "www.zellux.net" online
PRESSEMITTEILUNG Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. 23.10.08

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