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09.05.13: Neues von den Stammzellforschern: Deutsches Stammzellnetzwerk gegründet

Gründung Deutsches StammzellnetzwerkStammzellforscher in Deutschland haben am 7. Mai 2013 in Berlin das "Deutsche Stammzellnetzwerk" gegründet. Dies teilte das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch über den Informationsdienst Wissenschaft in einer Presseaussendung vom selben Tag mit. Ziel des neuen Netzwerks soll unter anderem sein, die Kompetenzen zu bündeln, sich besser mit internationalen Forschern zu vernetzen sowie strategische Fachgruppen aufzubauen.

Zum Präsidenten wählten die 12 Gründungsmitglieder aus Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus ihren Reihen Prof. Dr. Oliver Brüstle von der Universität Bonn. Vizepräsident ist Prof. Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Der dritte im Vorstand ist Prof. Albrecht Müller von der Universität Würzburg. Die Geschäftsstelle mit Koordinator Dr. Daniel Besser ist am Max-Delbrück-Centrum (MDC) Berlin-Buch angesiedelt. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert die Initiative zunächst mit über 300.000 Euro.

Ziel: Internationale Vernetzung und Aufbau strategischer Fachgruppen

"Wir wollen das Deutsche Stammzellnetzwerk international vernetzen sowie strategische Fachgruppen aufbauen, die sich mit wissenschafts- und gesellschaftspolitisch relevanten Themen befassen", erklärte Professor Brüstle auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich der Gründung des Deutschen Stammzellnetzwerks. Der Mediziner hat laut MDC bereits zehn Jahre Erfahrung im Vorstand des Kompetenznetzwerks Stammzellforschung NRW (Nordrhein-Westfalen). Er ist Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn sowie Mitgründer und Geschäftsführer der Life & Brain GmbH und befasst sich mit der Nutzung pluripotenter Stammzellen für die Erforschung und Behandlung neurologischer Erkrankungen.

Prof. Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum will sich insbesondere dem Aufbau von wissenschaftlichen Fachgruppen widmen, etwa zu den Themen "Pluripotenz und Reprogrammierung", "Adulte Stammzellen", "Krebsstammzellen" oder "Stammzellen in der Regenerativen Therapie". "Unser Ziel ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für zukünftige Therapien auf der Basis von Stammzellen zu entwickeln. Dabei konzentrieren wir uns sowohl auf regenerative Ansätze, als auch auf die zielgerichtete Zerstörung von bösartigen Stammzellen bei Krebs", so Prof. Trumpp. Erst kürzlich hatte er Krebszellen im Blut von Brustkrebspatientinnen nachgewiesen, die Tochtergeschwülste auslösen können und Merkmale von Krebsstammzellen aufweisen.

Die Entwicklungsbiologin Prof. Elly Tanaka, Gründungsmitglied des Stammzellnetzwerks von der Technischen Universität Dresden, erforscht am dortigen DFG Forschungszentrum für Regenerative Therapien die besonderen Stammzellen des Axolotls. Diese lassen bei diesen Wirbeltieren ganze Gliedmaßen wieder nachwachsen. "Eine wichtige Aufgabe des Netzwerks wird es sein, die Grundlagenforschung auf diesem Gebiet zu fördern. Das wird entscheidend für künftige Erfolge in der regenerativen Medizin sein", betonte sie.

Erste Stammzellen-Jahreskonferenz im November 2013 in Berlin

Der Stammzellbiologe Dr. Besser koordiniert laut Mitteilung den Aufbau des Deutschen Stammzellnetzwerks. "Mit dem Netzwerk möchten wir eine Infrastruktur für Deutschland schaffen, die Grundlagenforscher auf den verschiedenen Gebieten der Stammzellforschung vernetzt." Außerdem will das Netzwerk laut Dr. Besser Forscher auch bei der Umsetzung von Projekten unterstützen, bei denen wissenschaftliche Ergebnisse in die Anwendung beim Patienten, sogenannte translationale Forschung, überführt werden sollen. Darüber hinaus werde das Netzwerk den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern. So soll die erste Jahreskonferenz des Deutschen Stammzellnetzwerkes vom 11. bis 13. November 2013 am MDC in Berlin insbesondere jungen Talenten aus der Stammzellforschung ein Forum bieten.

Bislang befindet das Deutsche Stammzellnetzwerk offenbar noch ganz am Anfang in der Aufbauphase und ist noch nicht wirklich öffentlich präsent. So war die Internetpräsenz, die als "Dialogplattform" dienen soll, bei Google bei Redaktionsschluss (10.05.13) nur schwer über Umwege zu finden und enthält bislang kaum Informationen. Die wenigen Infos auf der Webseite sind leider nur auf Englisch. Man darf gespannt sein, was sich hier noch in nächster Zeit tut.
 

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